Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gilt
Beim Kauf eines Gebrauchtwagens lässt sich heutzutage eine Menge Geld sparen. Natürlich muss man bedenken, dass das Risiko größer ist als beim Neuwagenkauf, denn schließlich kann man nie sicher sein, dass alle Angaben des Verkäufers korrekt sind. Wenn man aber ein paar grundlegende Tipps und Tricks kennt, kann man beim Gebrauchtwagenkauf auch echte Schnäppchen machen.
Als allererstes sollte man einschätzen wie der tatsächliche Zustand des Gebrauchtwagens ist.
Bei sehr aufrichtigen Verkäufern kann man natürlich den entsprechenden Angaben trauen. Das Problem hierbei: Man kann selten mit absoluter Sicherheit sagen ob der Verkäufer tatsächlich vertrauenswürdig ist. Also sollte man den Gebrauchtwagen gründlich untersuchen.
Tipp Nummer 1: Tasten Sie mit einem Magneten die Türen und Kotflügel des Wagens ab. Wenn der Magnet nicht haften bleibt wurde die Karosserie an diesen Stellen deutlich ausgebessert.
Tipp Nummer 2: Nehmen Sie die Bezüge der Sitze herunter und schauen Sie sich die Polster der Sitzflächen an. Die Beschaffung der Sitze gibt Ihnen einen weiteren Eindruck wie der Wagen tatsächlich genutzt wurde.
Tipp Nummer 3: Schauen Sie auch unter die Bodenbeläge.
Tipp Nummer 4: Sie sollten sich die Reifen genauestens ansehen. Ein Profil von mindestens 4mm ist eigentlich Voraussetzung. Überprüfen Sie hierbei auch unbedingt das Reserverad.
Tipp Nummer 5: Überprüfen Sie das Lenkrad. Ein „Spiel“ von mehr als drei Fingern ist eindeutig nicht mehr im Toleranzbereich.
Tipp Nummer 6: Überprüfen Sie die Batterie des Gebrauchtwagens. Wie sehen die Anschlussstellen aus?
Tipp Nummer 7: Lassen Sie den Wagen einmal kalt an. Wenn der Motor nicht sauber anspringt sollten Sie misstrauisch werden und sich den Kauf noch einmal gründlich überlegen.
Beim Durchführen dieser Tests am Gebrauchtwagen sollten Sie mit dem Verkäufer im ständigen Gespräch sein. Versuchen Sie so viele Informationen wie möglich über Ihren möglichen Neuwagen zu erhalten. Fragen Sie auch im Smalltalk-Stil nach verschiedenen Dingen. Ob der Wagen zum Beispiel schon mal eine größere Urlaubsreise erlebt hat und in fremden Ländern war. Das führt die Verkaufsdiskussion zu einer angenehmen Atmosphäre und gleichzeitig können Sie überprüfen ob der angegebene Kilometerstand realistisch ist etc. Hat der Wagen vielleicht seine kleinen Charakterschwächen? Das ist eine nette Frage um mögliche Mängel herauszufinden und hört sich nicht so hart und anklagend an.
Wenn Sie sich selbst nicht sicher sind, ob Sie den Wagen richtig einschätzen können, gehen sie zu einem KFZ Betrieb und lassen den Wagen überprüfen. Die Kosten dafür müssen Sie im Normalfall selber tragen, aber die Profis haben ein geübtes Auge und können Ihnen bei Bedarf rechtzeitig eine Warnung zukommen lassen.
Bei professionellen Gebrauchtwagenhändlern können Sie auch eine Gebrauchtwagengarantie abschließen. Wenn Sie dann nach wenigen Monaten bei Ihrem Gebrauchtwagen einen Mangel feststellen können Sie den Gebrauchtwagen reparieren lassen oder einen Preisnachlass fordern. Wenn der Mangel erst nach mehr als 6 Monaten auftaucht sind Sie aber in der Beweispflicht, dass die Ursachen für den Mangel schon beim Kauf bestanden haben.
Insgesamt sollten Sie immer daran denken, dass Sie eben keinen Neuwagen, sondern einen Gebrauchtwagen kaufen. Das bedeutet auch, dass Sie wahrscheinlich immer den ein oder anderen kleinen Fehler finden werden. Insbesondere beim Kauf eines Oldtimers sollte man sich bereits vor dem Kauf im Klaren darüber sein, dass das Fahrzeug bei weitem nicht mehr so gut in Schuss ist wie ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen, der nur wenige Jahre alt ist und noch einen niedrigen Kilometerstand aufweist. Es ist an Ihnen zu entscheiden, ob der Gebrauchtwagen seinen Preis wert ist oder nicht, deshalb sollten Sie sich die nötige Zeit nehmen und den Gebrauchtwagen gründlich überprüfen bevor Sie sich letztendlich zum Kauf entschließen. Bei Oldtimern bezahlt man oft nicht den sachlicken Wert, sondern den ideellen oder persönlichen Wert.



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