Alle Eltern wünschen sich die beste Zukunft für ihre Kinder: sie sollen Staatspräsidenten, Minister, Universitätsprofessoren oder Manager werden. Kinder müssen einfach kreativ, intelligent, schön uns fleißig sein. Hochbegabung ist heute sehr in Mode, und deshalb sieht man immer mehr hochbegabte Kinder. Diese müssen gefördert werden, sie müssen sich anstrengen und alles tun um mit ihrer Begabung bis an die Spitze der sozialen Pyramide zu kommen. Und das bevor sie 30 Jahre alt werden.
Allerdings tut so eine Einstellung einem Kind nur selten gut. Kinder finden soziale Positionen und hochranginge Titel nicht so wichtig wie Erwachsene es tun. Wenn sie zu sehr von den Eltern angetrieben werden kann es eher zu Problemen kommen, denn Kinder müssen sich natürlich und konstant entwickeln. Es geht nicht darum wie kompliziert das ist was das Kind lernt, sondern wie viel Druck ausgeübt wird.
Manchmal kommt es vor, dass wenn ein Kind gut in der Schule ist, die Eltern sofort daran denken dass es die Klasse überspringen sollte, oder dass es wenigstens Nachhilfe in Nuklearphysik bekommen sollte. Irgendwo gibt es eine Vorstellung, dass ein Hochbegabtes Kind alles wie ein Schwamm aufsaugt, und dass die Begabung des Kindes wie eine Erdölreserve ist die gefördert werden muss, so schnell wie möglich. Aber so zu denken ist nicht nützlich für das Kind.
Der Stoff der in der Schule gelernt wird ist in Leben nicht wirklich nützlich. Mit 25 Jahren, erinnert man sich wohl an nicht mehr als 1% von dem was gelernt wurde, und das weil das Gedächtnis das vergisst was nicht oder kaum nützlich ist. Und das ist auch gut so. Aber das bedeutet nicht, dass die Schule nutzlos ist, denn in der Schule werden nicht wirklich Inhalte gelernt, sondern Fähigkeiten trainiert. Zum Beispiel: die Fähigkeit zu Planen, Pläne auszuführen, Entwicklungen zu beobachten, auf ein Ziel zu arbeiten, in kurzer Zeit zu lernen, in langer Zeit zu lernen, Fehler zu machen, Fehler einzugestehen, zu lügen, Lügen zu erkenne, mit anderen Menschen um zu gehen usw. Die Schule ist eigentlich eine soziale Situation, oder eine Simulation des echten Lebens. Man lernt über das Leben, die Menschen und über sich selbst. Ein Hochbegabtes Kind entwickelt in dieser Situation ein gesundes Selbstvertrauen und lernt mit seiner Begabung im Bezug auf andere umzugehen.
Die Kinder die springen sind meistens nicht mehr so gut in der neuen Klasse. Manchmal werden sie auch gehänselt und ausgeschlossen. Die Freunde aus der vorigen Klasse gehen meistens verloren. Dazu kommen noch der Druck und die Erwartungen der Eltern und dies kann zu dazu führen dass sie ein Minderwertigkeitsgefühl entwickeln, dass sie ihr Leben lang verfolgt. Kinder sollten das tun woran sie glauben und was ihren Enthusiasmus stimuliert. Dadurch lernt das Kind glücklich zu sein und das zu tun was ihm wichtig ist.
Weiter sind nicht alle hochbegabten Kinder hochbegabt. Hochbegabung ist eine Statistik des IQ, und nur wenige Kinder können wirklich hochbegabt sein. Hochbegabung bezieht sich aber oft auch auf ein bestimmtes Talent, sei es Musik, Kunst oder Rechnen. Wenn das Kind aber keinen Spaß daran hat seine Begabung zu Üben, sollte es lieber etwas anderes tun. Denn durch Arbeit an etwas wo auch Enthusiasmus dabei ist, wird mehr erzielt als mit gezwungener Arbeit an einer Begabung. Dazu kommt noch, dass die Begabung sich meistens auch in anderen Bereich ausüben lässt, nicht nur dort wo sie offensichtlich ist.